ZUSAMMENFASSUNG. Trotz ihres Potenzials sind Food Forests in der landwirtschaftlichen Bildung bislang kaum verankert. In Ausbildungen, Studiengängen und Fortbildungen werden sie nur selten behandelt – und wenn, dann meist nur am Rande. Das ist ein echtes Problem, denn ohne fundiertes Wissen über Planung, Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung solcher Systeme können sie nicht professionell umgesetzt werden.
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Food Forests sind eine Form der regenerativen Landwirtschaft, die den Umwelt berücksichtigt. Es handelt sich um komplexe Agroforstsysteme, die auf den Prinzipien der Permakultur basieren und eine Vielzahl von Nutzpflanzen in einer mehrschichtigen, waldrand-ähnlichen Struktur integrieren. Diese Systeme sind nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch produktiv und können eine wichtige Rolle bei der Ernährungssicherheit und beim Klimaschutz spielen.
„Um komplexe Agroforstsysteme aufzubauen, braucht es zwei Dinge – Wissen und Saatgut.“ Ernst Götsch
Wissen als Grundlage für Wandel
Trotz ihres Potenzials sind die Kenntnisse über Food Forests in der landwirtschaftlichen Gemeinschaft nicht ausreichend verbreitet. In Ausbildungen und Studiengängen werden sie kaum thematisiert, was bedeutet, dass sie nicht systematisch in beruflichen Curricula verankert sind. Das ist ein echtes Problem, denn ohne fundiertes Wissen über Planung, Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung solcher Systeme können sie nicht professionell umgesetzt werden. Doch genau das braucht es, wenn Food Forests langfristig wirken und skaliert werden sollen. Oder, wie Ernst Götsch es auf den Punkt bringt: „Um komplexe Agroforstsysteme aufzubauen, braucht es zwei Dinge – Wissen und Saatgut.“
Wir stellen fest: Für die erfolgreiche Implementierung sind neue Kenntnisse, praktische Fähigkeiten und systemisches Denken erforderlich – sowohl im landwirtschaftlichen als auch im pädagogischen, kommunalen und politischen Kontext.
Bildung macht den Unterschied!
Hier setzt die Arbeit von Akteuren wie FoodForestNetwork an. Wir engagieren uns dafür, dieses Wissen durch Workshops, Schulungen und praktische Trainings zu vermitteln. Wir unterstützen komplexe Agroforstprojekte nicht nur beratend, sondern bauen sie auch mit auf. Diese (oft) Pilotprojekte sind lebendige Lernorte für aufbauende Landwirtschaft – Orte, an denen Menschen nicht nur theoretisches Wissen aufnehmen, sondern die Leistungen solcher Systeme unmittelbar erleben können. Immer wieder erleben wir, dass bei Teilnehmenden sprichwörtlich „der Groschen fällt“ – dieser Moment, in dem aus Verständnis Überzeugung wird. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, selbst aktiv zu werden – sei es im kleinen Gemeinschaftsprojekt, auf landwirtschaftlichen Betrieben oder im Bildungskontext.

Praxisnahe Bildungsformate sind ein entscheidender Hebel, um:
- das Verständnis für komplexe Agroforstsysteme zu vertiefen,
- Fehler in der Umsetzung zu vermeiden,
- die Akzeptanz in der Fachwelt zu erhöhen,
- und die Skalierung durch gut ausgebildete Multiplikator:innen zu ermöglichen.
Was es dafür braucht
Förderung und Beteiligung. Um Bildungsangebote nachhaltig aufzubauen, braucht es finanzielle Unterstützung – zum Beispiel durch öffentliche Förderprogramme, aber auch durch Spenden und zivilgesellschaftliches Engagement. Staatliche Förderungen können dazu beitragen,
- Inhalte zu entwickeln,
- Pilotprojekte umzusetzen,
- Bildungsorte zu professionalisieren
- und den Zugang zu Angeboten für junge oder neu einsteigende Landwirt:innen zu erleichtern.
In vielen Fällen ist jedoch ein Eigenanteil der Projektkosten erforderlich. Deshalb ist es wichtig, auch gemeinsam Spenden zu sammeln, um gute Bildungsprojekte im Bereich Food Forests zu ermöglichen.
Fazit: Bildung für lebendige, zukunftsfähige Landschaften.
Food Forests sind eine Antwort auf viele Herausforderungen unserer Zeit. Sie sind vielfältig, klimaresilient und tragen zur Regeneration von Böden, Wasser und Biodiversität bei. Doch ohne Wissen bleiben sie Theorie. Mit gezielter Bildung, praxisnahen Angeboten und struktureller Unterstützung können sie in der Fläche wirksam werden. Es wird Zeit, dass mehr Menschen erfahren, was Food Forests leisten können – damit es bald mehr Food Forests gibt.
Wir sind offen für Ideen und Impulse, wie wir unsere Workshops weiter verbessern und skalieren können – gemeinsam können wir noch mehr bewirken.
