Lesefrüchte

von Nov. 20, 2025

ZUSAMMENFASSUNG. In dieser Ausgabe der „Lesefrüchte” verbinden wir zwei Perspektiven: „Essbar sein” eröffnet einen philosophischen Blick auf unsere ökologische Verbundenheit, während „Trees with Edible Leaves” praktische Impulse für essbare Landschaften liefert. Gemeinsam zeigen beide Bücher, wie Denken und Handeln im Einklang wachsen können.

Trees with Edible Leaves

„Trees with Edible Leaves” von Eric Toensmeier eröffnet eine faszinierende Welt: die Blätter von Bäumen als Quelle für Nahrung, Struktur und Nährwert. Das Buch beschreibt über hundert Baumarten aus tropischen und kalten Klimazonen, deren Blätter reich an Proteinen und anderen Nährstoffen sind. Toensmeier zeigt, wie einfach diese Bäume zu pflegen sind und wie sie zur Klimaanpassung und zu einer widerstandsfähigen Nahrungsmittelproduktion beitragen.

​Das Handbuch kann kostenlos über das Perennial Agriculture Institute heruntergeladen werden und erscheint in immer mehr Sprachen – darunter bald auch Spanisch. Sind Sie an Übersetzungen interessiert oder möchten Sie mithelfen? Dann kontaktieren Sie uns über die Website des Instituts.

​Lesen Sie mehr oder laden Sie das Buch herunter unter: https://perennialagriculture.institute/blog/.

Essbar sein

In seinem Buch „Essbar sein. Versuch einer biologischen Mystik stellt der Biologe und Philosoph Andreas Weber eine radikale Frage: Wie können Menschen im ökologischen Gefüge wirklich „essbar“ sein? Ausgangspunkt ist der von ihm formulierte ökologische Imperativ „Essbar sein“ – ein zugleich poetischer wie herausfordernder Gedanke.
Weber schreibt: „Der Mensch weigert sich, essbar zu sein. Das ist seine ökologische Besonderheit – und das ist seine ökologische Bestialität.“ Gemeint ist: Nichts Lebendiges existiert ohne permanentes Geben und Nehmen, ohne Sterblichkeit, ohne Durchlässigkeit. Leben entsteht, indem es verzehrt wird – immer wieder, unaufhörlich. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Weber formuliert es wie folgt: „Nichts ist unökologischer als Unsterblichkeit. Nichts ist weniger egalitär in einer Welt der Sterblichen, in einer Welt, die davon zehrt, dass sie essbar ist und nur so jeden Tag neu entstehen kann.“
Die Vision dahinter: Ein Verständnis von Menschsein, das Egozentrierung und Unvergänglichkeit nicht länger zum Maßstab macht. Denn, wie Weber schreibt: „Das eigene Ego in den Vordergrund zu stellen, heißt, Anspruch auf Unvergänglichkeit zu erheben. Das ist die ökologische Todsünde.“
„Essbar sein“ ist somit nicht nur ein philosophisches Bild, sondern ein Impuls, unsere Rolle in der Mitwelt neu zu denken – radikal, lebendig und zutiefst ökologisch. Link

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